Kanalinspektion mit einer Rohrkamera am Haus

Sanieren

Inliner-Rohrsanierung – das Rohr grabenlos von innen erneuern

Undichte Abwasserrohre im Erdreich lassen sich oft ohne Aufgraben erneuern – von innen mit einem Schlauchliner.

2 Min. Lesezeit Veröffentlicht am 5. November 2026

Ein undichtes Abwasserrohr im Erdreich bedeutet nicht automatisch Bagger im Garten. Mit der Inliner-Sanierung lässt sich die Leitung von innen erneuern – grabenlos, also ohne aufzugraben. Für viele Schäden an Grund- und Abwasserleitungen ist das der schnellere und schonendere Weg.

Was ist eine Inliner-Rohrsanierung?

Die Inliner-Sanierung ist ein grabenloses Rohr-in-Rohr-Verfahren. Ein mit Kunstharz getränkter Schlauch – der Liner oder Schlauchliner – wird in die alte Leitung eingezogen, mit Druck an die Rohrwand gepresst und härtet dort aus. Zurück bleibt ein neues, dichtes Rohr im alten. Bei nur einzelnen, kurzen Schadstellen genügt oft ein Kurzliner als punktuelle Reparatur; ist die ganze Leitung angegriffen, erneuert das Schlauchlining den kompletten Abschnitt.

Wann sie sinnvoll ist

Infrage kommt das Verfahren vor allem bei:

  • undichten oder rissigen Grund- und Abwasserleitungen,
  • Wurzeleinwuchs und versetzten Muffen,
  • Schäden, die eine Kamerabefahrung oder Dichtheitsprüfung zutage gebracht hat.

Der große Vorteil: Garten, Terrasse oder Einfahrt müssen nicht aufgerissen werden.

So läuft eine Sanierung ab

Der Ablauf ist bei seriösen Betrieben klar strukturiert:

  • Inspektion: Eine Kamerabefahrung erfasst Schäden, Bögen und Abzweige als Grundlage für die Planung.
  • Vorbereitung: Das Rohr wird gereinigt, Wurzeln und Ablagerungen werden gefräst.
  • Einbau: Der getränkte Liner wird eingezogen oder eingestülpt und angedrückt.
  • Aushärtung: je nach Verfahren mit Warmwasser, Dampf oder UV-Licht.
  • Abnahme: eine erneute Kamerafahrt und ein Dichtheitsnachweis bestätigen das Ergebnis.

Wichtig: Auch Abzweige und Hausanschlüsse müssen am Ende dicht angebunden sein – nicht nur das Hauptrohr.

Vorteile – und Grenzen

Grabenlos zu sanieren spart Zeit, Schmutz und oft Kosten, weil keine Flächen aufgegraben und wiederhergestellt werden müssen. Ein fachgerecht eingebauter Schlauchliner hält viele Jahre. Grenzen hat das Verfahren allerdings: Bei stark deformierten Rohren, einem Rohrbruch mit Versatz oder sehr engen Bögen ist eine Teilaufgrabung in offener Bauweise nötig. Erst die Inspektion zeigt, welcher Weg technisch möglich ist.

Worauf Sie achten sollten

Lassen Sie vor jeder Entscheidung eine Kamerabefahrung machen und sich den Zustand zeigen – sie ist die Grundlage für ein seriöses Angebot. Beauftragen Sie einen zertifizierten Fachbetrieb mit Referenzen und klarer Gewährleistung, und klären Sie etwaige kommunale Vorgaben zur Dichtheit. Vorsicht ist bei aggressiver Haustürwerbung geboten: Sogenannte „Kanalhaie“ setzen Eigentümer mit angeblichen Prüfpflichten unter Druck – hier lohnt ein zweites, unabhängiges Angebot.

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